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Caspar Nii Armah bei der Arbeit an THE JOURNEY im ARTLOFT.Hamburg

Künstler

CASPAR NII ARMAH

Geboren 1986 in Berlin. Eigene Bildsprache aus Rhythmus und Linie – an der Schnittstelle von Urban Art, freier Malerei und grafischer Verdichtung.

Caspar Nii Armah wurde 1986 in Berlin geboren, als Sohn eines ghanaischen Vaters und einer deutschen Mutter. Mit 13 Jahren zog er nach Kassel, wo er schnell Zugang zur Urban Art fand und sein erstes Graffiti sprühte – die Basis seines künstlerischen Schaffens. Bis heute wirken seine Kunstaktionen im öffentlichen Raum nach, darunter die von ihm in Kassel geschaffenen Fassadenbilder. Seit 2013 lebt und arbeitet er in Hamburg.

Seine erste Hamburger Werkreihe LIFTART entstand über zwei Jahre im Aufzug des Uebel & Gefährlich im Feldstrassenbunker – ein fortlaufendes, ungewöhnliches Atelier mitten im Herzen der Hamburger Club- und Kulturszene.

Seine weiteren Werkreihen – darunter Natural Spirits, Natural Identity, Rhythm and Writing, Basic Trust und Elements – Lost and Found – verbinden intuitive Geste mit serieller Arbeit. Formen, Linien und Zeichen verdichten sich zu offenen Kompositionen, die weniger auf klassische Narration als auf Wahrnehmung, Spannung und Resonanz zielen. Parallel zur documenta 14 gestaltete er 2017 gemeinsam mit Kindern eine rund 40 Meter lange Schräge in der Kasseler Götheanlage erstmalig in ein Mural. 2022 nahm er am Zukunftsdorf22 teil, einem Partnerprojekt der documenta fifteen.

Sein Markenzeichen ist die selbst entwickelte Kalligrafie RAW – Rhythm’n’Writing –, die er als spirituelle Sprache beschreibt. Anders als klassische Schrift ist sie nicht lesbar: Nur vereinzelt tauchen sich wiederholende Wörter auf, etwa free time. Je nach Werk erscheint die Schrift als dreidimensionales Relief hinter der eigentlichen Malerei oder direkt auf der Bildoberfläche. „Ich möchte der Hand einfach freien Lauf lassen, eine Verbindung zu meinem Unterbewusstsein aufbauen“, beschreibt Armah seinen Prozess. Ihm geht es dabei nicht um die Bedeutung einzelner Wörter, sondern darum, Schrift als universelle Sprache sichtbar zu machen, die tiefere Bewusstseinsschichten anspricht.

Ausgestellt hat Caspar Nii Armah unter anderem auch schon auf Mallorca. 2021 lebte er einige Wochen auf Naxos, wo er nicht nur Skulpturen aus Holz und Marmor schuf, sondern sich auch von Natur und Meer inspirieren liess.

Transformation ist für Caspar Nii Armah kein Nebeneffekt, sondern der Kern seiner Kunst: „Nichts bleibt, alles wandelt sich“, beschreibt er selbst sein Verständnis von Kunst als fortlaufendem Prozess. Zerstörung ist für ihn deshalb kein Verlust, sondern der Ausgangspunkt für neue Formen und Bedeutungen – Veränderung nicht als Ende, sondern als Anfang.

Im ARTLOFT.Hamburg zeigte er 2026 seine Ausstellung THE JOURNEY: Er bemalte live vor Publikum rund 60 Quadratmeter Wandfläche, zerschnitt und verbrannte die Arbeiten anschliessend und schuf aus der Asche neue Werke – mehr als 150 Gäste besuchten die Eröffnungsabende. Über die künstlerische Ebene hinaus hat das Projekt eine soziale Komponente: 3 Aurora Flaschen des Hamburger GetränkeStartUps „Spuma Pluvia“ wurden analog des Open Ateliers Aufbruch - Zerstörung - Neuanfang gestaltet und bei der Finnissage ausARTen zugunsten von Ankerland e.V. verkauft, das sich rein spendenfinanziert um schwerst traumatisierte Kinder und Jugendliche in Hamburg kümmert. Ab Oktober 2026 reist er nach Ghana, um dort neue Kunstprojekte zu schaffen und seine Wurzeln zu vertiefen – der nächste Aufbruch auf seiner Reise.

VIDEOS ZU THE JOURNEY

Die Entstehung von THE JOURNEY und weitere Einblicke in Caspar Nii Armahs Arbeit – in Bewegtbild.

Die Entstehung von THE JOURNEY